Pädagogisches Konzept

Pädagogisches Leitbild
Der Geschäftsbereich Offener Ganztag und Übermittagsbetreuung des Kolping-Bildungswerk in Köln versteht
sich als ein sozialer Träger, welcher nach dem Sozialreformer Adolph Kolping benannt ist. Vor diesem
Hintergrund gelten Wissen und soziale Kompetenz als wesentliche Bestandteile ganzheitlicher Bildung. Für
unsere pädagogische Arbeit an den Kooperationsschulen bedeutet das, dass wir jedes Kind in seiner
Individualität betrachten und es in seinen persönlichen Fähigkeiten und Begabungen unterstützen wollen. Wir
möchten, das jeder Mensch die Chance erhält, dass eigene Bewusstsein für (s)ein verantwortliches Leben zu
sensibilisieren und somit solidarisches Handeln in der Gemeinschaft fördern.
Wir verstehen Schule als Lebensraum. Ein Lebensraum, welcher durch die Basis einer modernen, achtsamen und
inklusiven Leitung vorgelebt und durch das Miteinander von Kindern und Erzieher*innen gestaltet wird. Nicht
nebeneinander Lernen, sondern voneinander Lernen ermöglicht Erfahrungen durch Begegnungen zu schaffen
und ein soziales Wir zu stabilisieren.
Im Offenen Ganztag und in der Übermittagsbetreuung definieren wir in der Regel die Klasse als Gruppe.
Innerhalb dieser Gruppengemeinschaft liegt es uns am Herzen, die Lebensgeschichten und Eigenschaften jedes
Einzelnen zu berücksichtigen und einen individuellen Blick auf die Kinder zu pflegen. Jeder Mensch handelt
aufgrund seiner subjektiven Deutung der Wirklichkeit. Jeder sieht eine Situation mit den Augen „seines
Systems“. Wie eine Situation wahrgenommen und interpretiert wird, hängt von der eigenen Lebensgeschichte
und dem eigenen Erfahrungshintergrund ab.
An unseren Kooperationsschulen bilden Gruppenleitung und pädagogische Ergänzungskraft ein Tandem, um die
Kinder in ihrer Gruppe durch den Offenen Ganztag und die Übermittagsbetreuung zu begleiten. In der Lernzeit
unterstützen sie die Kinder ihre Aufgaben nach individuellem Tempo und Wissenshorizont zu erarbeiten.
Während der gemeinsamen Mahlzeiten werden Rituale berücksichtigt und ein gemeinsamer Austausch gepflegt.
Jedes Tandem gestaltet die Freizeitpädagogik der Gruppe nach eigenen persönlichen Kernkompetenzen und
Interessen der Kinder.
Durch ein breites AG-Angebot am Nachmittag wird den Kindern eine Vielfalt an kreativen, sportlichen und
musischen Erlebnissen ermöglicht. Das Personal aus dem eigenen Offenen Ganztags-Team und der
Übermittagsbetreuung, sowie externe Experten aus den Bereichen Sport, Kunst und Erlebnispädagogik u.v.m.
gestalten Kurse, welche auf die Bedürfnisse der Kinder angepasst sind.
Neben der stabilen Tagesstruktur, die durch das Offene Ganztags-Team und das Personal aus der
Übermittagsbetreuung gestaltet und gesichert wird, liegt es uns als Träger am Herzen darüber hinaus ein
zeitgemäßes, sinnvolles und langfristig wirkendes pädagogisches Angebot anzubieten. Dafür entwickelt bei uns
im Geschäftsbereich ein Experten-Team nachhaltige Projekte, die wir schulübergreifend durchführen. Fokus aller
Projekte ist es, den positiven Blick auf die Kinder zu bewahren, die Buntheit der Eigenschaften jedes Einzelnen
und der Gruppe als Ganzes wertzuschätzen und zu guter Letzt die eigene Haltung regelmäßig zu reflektieren
und im Austausch zu bleiben.
KinderBlick(punkt)
Individuelle Förderung setzt voraus, dass das Offene Ganztags-Team und das Personal aus der
Übermittagsbetreuung jedes einzelne Kind im Blick hat. Um diese Qualität zu ermöglichen, geben wir unseren
Mitarbeitern mit dem KinderBlick(punkt) einen Leitfaden in die Hand, welcher die Kommunikation über die
Kinder strukturiert und vereinfacht. Ziel ist es, dass jedes Tandem die einzelnen Kinder der Gruppe bespricht, die
Beobachtungen mit dem gesamten Team austauscht und ein konkretes pädagogisches Handeln formuliert. Das
 Kolping- Bildungswerk Diözesanverband Köln e.V.
Geschäftsbereich Offener Ganztag / Übermittagsbetreuung,
Düsseldorfer Str. 175, 51063 Köln
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Konzept des KinderBlick(punkt) als fester Bestandteil in unserer Arbeit gewährleistet, dass jedes Kind von
unseren Mitarbeitern bewusst wahrgenommen und nach seinen individuellen Stärken und Schwächen gefördert
wird.
Das Arbeiten mit dem KinderBlick(punkt) wird je nach Erfordernis des Kindes, der Situation oder des
pädagogischen Mitarbeiters vertieft, indem Handlungsstrategien/Maßnahmen in einem erweiterten
multiprofessionellen Team (OGT-MitarbeiterIn, SchulsozialarbeiterIn, SchulpsychologIn, SonderpädagogIn,
LehrerIn) besprochen und festgelegt werden. Seit 2013 ist das Kolping-Bildungswerk ebenfalls Träger von
Inklusions- und Schulbegleitung im Rahmen des „Ibis-Modells“ („Inklusive Bildung in Schulen“). Die Vernetzung
zwischen den Bereichen Unterricht, Offener Ganztag, Schulbegleitung und Schulsozialarbeit ist uns ein
besonders wichtiges Anliegen, denn die Zusammenarbeit ist maßgeblich für die gelungene Begleitung eines
Kindes.
wir(punkt)
Mit wir(punkt) unterstützen wir die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und stärken sowohl die soziale
Kompetenz als auch den Zusammenhalt in einer (Alltags-) Gruppe oder Klasse. Soziales Lernen findet immer und
überall da statt, wo Menschen aufeinandertreffen. wir(punkt) schafft Raum, diese Prozesse bewusst und
transparent zu machen.
wir(punkt) wurde von Expert*innen verschiedenster Fachrichtungen entwickelt und verknüpft
bewegungsorientierte und spielerische Elemente mit einer prozessbegleitenden, auf Wertschätzung ausgelegten
Kommunikation. Zusammen ermöglicht dies Kindern, in einem geschützten Rahmen zu den Themen
Wahrnehmung und Gefühle, Selbstbild und Selbstbewusstsein, Kommunikation und Umgang mit Konflikten und
Kooperation und Integration, Erfahrungen zu sammeln, sich auszuprobieren und praktische
Handlungsalternativen für das alltägliche Miteinander in (Alltags-) Gruppen und Klassen kennenzulernen.
ich(punkt)
Im Fokus dieses Kleingruppenangebots steht das einzelne Kind und seine individuelle Entwicklung. Ziel des
ich(punkt) ist, das Kind in seiner Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung zu unterstützen und zu stärken. Das
gilt besonders für jene Kinder, die durch sozial-emotionale Auffälligkeiten, ADHS oder durch Lernstörungen in
ihrem Selbstbild und in ihrer Einbindung in eine Gruppe beeinträchtigt sind.
Uns ist wichtig, dass jedes Kind so viel Wertschätzung wie möglich erfährt und seine Gefühle zum Ausdruck
bringen kann. Durch positive Rückmeldungen und sensible Impulsgebung im Hinblick auf Handlungsalternativen
wird das Kind gestärkt und erfährt Halt und Orientierung. Das heißt, methodisch wird weitgehend über
Beziehung, Struktur und eine wertschätzende und zugewandte Kommunikation gearbeitet.
FuN
FuN ist ein niedrigschwelliges Elternkompetenztraining und steht für „Familie und Nachbarschaft“. Familien
erhalten hier nach einem festgelegten Ablaufplan acht Wochen lang bei wöchentlichen Treffen die Möglichkeit,
sich in den Räumen der Schule bzw. des Ganztags mit ihrer Rolle als Eltern auseinanderzusetzen, indem sie sich
auf spielerische Art und Weise mit ihren eigenen Kindern beschäftigen und gleichzeitig den Raum erhalten sich
mit anderen Familien über ihre Erfahrungen auszutauschen und sich als kompetente Eltern wahrnehmen zu
können. Ziele sind die Förderung von Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Zusammenhalt und Strukturbildung in
bildungsungewohnten und sozial benachteiligten Familien sowie der Aufbau eines stabilisierenden Netzwerks
der beteiligten Familien, das über die gemeinsame Zeit des FuN-Programms hinaus besteht.